Wie kommt man eigentlich dazu, seine eigene Kosmetik herzustellen anstatt einfach die fertigen Produkte aus dem Regal zu nehmen?
Genau diese Frage habe ich mir gestellt – und für mich ist die Antwort klar. Wenn ich mir die Inhaltsstoffe vieler herkömmlicher Kosmetikprodukte anschaue, vergeht mir oft die Lust, sie zu kaufen. Häufig besteht die Liste aus endlosen, kaum verständlichen chemischen Bezeichnungen, die nur schwer zu durchschauen sind. Kaum ein Produkt kommt mit weniger als zehn Grundstoffen aus, und wenn ich die Liste genauer betrachte, ist „Aqua“, also Wasser, oft der Hauptbestandteil.
Die Inhaltsstoffe müssen in absteigender Reihenfolge aufgelistet sein, was bedeutet, dass der Hauptbestandteil des Produkts, für das ich bezahle, in den meisten Fällen einfach “nur” Wasser ist. Und das neben – Konservierungsstoffe, synthetische Duftstoffe und andere Zusätze welche oft ebenfalls weit oben stehen, während die eigentlichen Wirkstoffe, für die man das Produkt ja eigentlich kauft, nur in geringen Mengen enthalten sind.
Es ist für mich etwas ganz Besonderes, meine Pflegeprodukte selbst herzustellen. Ich nehme mir bewusst Zeit, meinen Produkten eine ganz persönliche Note zu verleihen. Anders als bei gekauften Produkten weiss ich genau, was drin steckt: reine, natürliche Zutaten ohne versteckte Zusätze. Ich kann die besten Rohstoffe auswählen, selbst entscheiden, welche Öle, Buttern und ätherischen Öle ich verwenden möchte und diese ganz nach den Bedürfnissen meiner Haut abstimmen. Dabei schöpfe ich aus der Fülle der Natur und verwende nur, was wirklich nötig ist.
Wichtig ist, dass man sich zum Rühren seiner Kosmetik die richtige Zeit und Musse nimmt. Es erfordert Ruhe und Sorgfalt. Hektik und Zeitdruck haben in der Naturkosmetik nichts zu suchen – das habe ich durch eigene Erfahrung gelernt. Nicht selten kann es vorkommen, dass eine Creme nicht gelingt, weil man in Gedanken schon bei der nächsten Aufgabe war.
Man sollte sich bewusst Zeit dafür nehmen. Denn wenn die Stimmung stimmt und man mit Freude bei der Sache ist, spiegelt sich das auch im Endprodukt wider.
Selbstgemachte Kosmetik hat viele Vorteile. Man hat die volle Kontrolle über die Inhaltsstoffe, kann individuell auf die eigenen Bedürfnisse eingehen und spart dabei oft sogar Geld. Zudem ist es ein gutes Gefühl, etwas Eigenes geschaffen zu haben, das frei von unnötigen Zusätzen ist. Wichtig ist, mit Bedacht an die Sache heranzugehen und sich vorher gut zu überlegen, was man herstellen möchte und welche Rohstoffe dafür notwendig sind. Die Haltbarkeit der Zutaten sollte im Blick behalten werden, damit nichts verdirbt und am Ende entsorgt werden muss. Die Natur bietet uns eine reiche Fülle an Ressourcen – nutzen wir sie mit Respekt und Sorgfalt!
Also, wage den Schritt und entdecke die Freude am Selbermachen. Mit ein wenig Übung, der richtigen Planung und einer Prise Experimentierfreude steht dir die Welt der Naturkosmetik offen. Beginne mit einfachen Rezepten, sammle Erfahrungen und finde heraus, welche Kombinationen für dich am besten funktionieren. Je mehr du dich damit beschäftigst, desto besser wirst du die Eigenschaften der verschiedenen Zutaten verstehen und kreativ in deinen Produkten einsetzen können. Trau dich und genieße den Prozess – deine Haut wird es dir danken!